Sicheres Bindungsverhalten – Schutz vor Co-Abhängigkeit

Ein sicherer Bindungsstil ist die Grundlage für gute, stabile Beziehungen und ein glückliches Leben.

Wie gehe ich mit meinem Kind um, damit es ein sicheres Bindungsverhalten entwickeln kann? Was braucht es dafür konkret?

Jedes Kind hat die gleichen Grundbedürfnisse. Werden sie von den engsten Bezugspersonen erfüllt, dann sorgen sie für die Etablierung gesunder Gewohnheiten und Dynamiken im Unterbewußtsein und damit für eine optimale Entwicklung. Dieser Artikel soll in keinster Weise Druck erzeugen, sondern lediglich die Aufmerksamkeit auf diese Dinge richten!

  1. Stabile nachvollziehbare Verhältnisse, Struktur und Verläßlichkeit geben dem von den Eltern abhängigen Kind die nötige Sicherheit. Nur so ist es in der Lage Vertrauen zu seinen Bezugspersonen (und später zu anderen Menschen!) zu entwickeln. Vermeiden Sie also jedes inkongruente und widersprüchliche Verhalten! Verläßliche Routinen schützen das Kind vor existenzieller Angst. Wird dieses Grundbedürfnis vernachlässigt ist langfristig häufig ein ängstlich klammerndes bzw. ein ängstlich vermeidendes Bindungsverhalten die Folge.
  2. Die Präsenz der Eltern hat einen wesentlichen Einfluß darauf, wie das Kind als Erwachsener Beziehungen knüpft und wie sicher es sich in Beziehungen fühlt und verhält. Kinder spüren schon in einem sehr jungen Alter – bevor sich das logische Denken entwickelt – den emotionalen Zustand der Menschen um sie herum. Unter Hypnose kommen Menschen häufig mit solchen Situationen aus der Kindheit wieder in Kontakt (z.B. “Ich fühle, daß meine Mutter traurig ist.” / ” Der Zorn meines Vaters macht mir Angst.”) Es bleibt Kindern nicht verborgen, wenn Sie nur körperlich anwesend sind und sich gedanklich mit anderen Dingen beschäftigen. Kinder, die ihre Eltern als wenig präsent erlebt haben neigen später in Partnerschaften dazu, selbst nicht präsent zu sein. Dadurch fehlt es ihren Beziehungen an Tiefgang.
  3. Emotionale Stabilität im Umgang mit dem Kind führt zu einer gesunden Programmierung des Unterbewußtseins: Zeigen Sie sich ruhig, ausgeglichen und zugewandt! Wenn Sie oft im Zustand von Ärger oder Frustration von Arbeit nach Hause kommen oder überdreht und gehetzt sind, dann übertragen Sie diese Energie auf’s Kind und formen ein unterbewußtes Programm. Aber auch ein Überengagement (“Helikopter-Eltern”) hat seine negativen Konsequenzen. Das Kind spürt ganz genau die dahinter liegenden Ängste des Erwachsenen. Kinder mit einer solchen Prägung tendieren dazu, als Erwachsene Menschen zu manipulieren und Verantwortung an andere zu deligieren. Sie glauben im Innnersten hilflos und abhängig zu sein und nicht für sich selbst sorgen zu können. Angelegte Potenziale liegen brach und es gibt kaum Weiterentwicklung.
  4. Stellen Sie eine emotionale Verbindung zum Kind her. Es reicht nicht aus, physisch (materiell) und intellektuell (Bildung) gut für das Kind zu sorgen! Dieses Bedürfnis wird oft “übersehen”, weil es immer noch viele Eltern gibt, die es nicht gelernt haben, diese Verbindung auf einer höheren Ebene herzustellen. Wie geht das also? Ist das Kind emotional aufgewühlt, dann sollten Sie nachfragen! Sorgen Sie damit für den nötigen “Raum”, daß es sich aussprechen und seine Gefühle mitteilen kann. Zeigen Sie zuerst Verständnis und finden Sie dann heraus, was es braucht. Weder das Verweilen im negativen Gefühl noch das Unterdrücken ist das Ziel! Verhalten Sie sich immer lösungsorientiert. Zeigen Sie dem Kind, wie man Gefühle nutzen kann. Leben Sie dem Kind vor, daß negative Gefühle einen Sinn haben und daß sie Signale für ein internes Problem sind, das eine Lösung braucht. Setzen Sie dem Kind ein gutes Vorbild, indem Sie Ihre Gefühle und die dazu gefundenen Lösungen mit ihm ab und zu teilen. Wird dieses Bedürfnis beim Kind vernachlässigt, dann wird es im späteren Leben Probleme haben, Gefühle wahrzunehmen, Bedürfnisse zu artikulieren und für sich Grenzen zu setzen. Es fehlt ihm damit eine der wichtigsten Grundlage für eine spätere erfüllte Liebesbeziehung!
  5. Machen Sie Gefühle nie “schlecht”! Beschämen Sie Ihr Kind nicht dafür, daß es traurig ist oder weint. Es erzeugt in ihm die Ablehnung von Schwäche und Verletzlichkeit sowie mangelndes Mitgefühl im erwachsenen Alter. Ermutigen Sie stattdessen Ihr Kind sich durch seine Gefühle hindurch zu arbeiten, sie nicht zu unterdrücken, sondern nach Lösungen zu suchen. Damit sichern Sie ab, daß es langfristig in Kontakt mit den eigenen Bedürfnissen bleibt, sich selbst nicht verliert und sich anderen gegenüber öffnen kann.
  6. Erlauben Sie dem Kind Verantwortung zu übernehmen: Nehmen Sie sich zurück sobald es etwas tun kann. Lassen Sie sich nicht dazu verleiten, dem Kind “aus Zeitgründen” oder “weil Sie es besser machen” die Schuhe zu binden. Geben Sie oft positives Feedback und loben Sie Ihr Kind wenn es eine neue Verantwortung übernommen hat. Helfen Sie Lösungen zu finden: “Ich habe ein Problem. Was ist mein Wunsch? Welche Strategie oder welcher Weg führt mich dahin?” Wenn Sie zu oft mit Strafe arbeiten, dann werden Probleme im Unterbewußtsein mit negativen Gefühlen verknüpft! Eine Folge wird sein, daß das Kind später Probleme meidet, an ihnen verzweifelt oder das Umfeld dafür verantwortlich macht. Diese Opferhaltung bremst seine Weiterentwicklung und sein gesundes Wachstum aus.
  7. Unterstützen Sie die Interessen des Kindes, auch wenn sie vielleicht nicht Ihren Vorstellungen entsprechen. Wurden Kinder in ihren Ambitionen nicht gefördert oder sogar ausgebremst, dann fällt es ihnen im Erwachsenenalter oft schwer Entscheidungen zu treffen und ihre Lebensaufgabe zu finden. Sie irren dann manchmal durch’s Leben, wie ein Blatt im Wind und wissen nicht was sie wollen.
  8. Schaffen Sie insgesamt eine Umgebung, die die sechs menschlichen Grundbedürfnisse befriedigt: Sorgen Sie also für Wachstum durch genügend Stimulation und Möglichkeiten des Ausprobierens. Befriedigen Sie das Bedürfnis nach Bedeutung durch Ihre Präsenz, Ihr Interesse (Selbstwert-Entwicklung) und genügend Bestätigung (Lob, Ermutigung). Sorgen Sie für ausreichend Abwechslung durch Stimulation von Neugier und Forschergeist (Autonomie). Schaffen Sie Sicherheit (https://naturheilpraxis-luebbenau.de/menschliche-grundbeduerfnis-nach-sicherheit) durch Stabilität und Zuverlässigkeit. Befriedigen Sie das Bedürfnis nach Liebe und Verbindung (https://naturheilpraxis-luebbenau.de/grundbeduerfnis-nach-liebe-und-verbindung) durch Wärme im Umgang mit dem Kind und Akzeptanz seiner Individualität (keine Vergleiche!). Und nicht zuletzt – fördern Sie den Wunsch und die Fähigkeit Ihres Kindes zum Wohle anderer einen Beitrag zu leisten, indem Sie ihm Freude am geben und teilen mit anderen im Alltag vermitteln und vorleben.

Denken Sie immer daran:

Unterbewußte Programme entstehen durch das, was wir in der Kindheit OFT HÖREN, SEHEN ODER ERLEBEN!!

Trägt der Alltag Ihres Kindes dazu bei, daß sein Unterbewußtsein langfristig zum Helfer oder Saboteur wird?

Je mehr Sie Ihrem Kind ein positives Vorbild im Umgang mit Emotionen, mit Problemen, mit der Umwelt und unseren Mitmenschen sind, desto selbstsicherer und optimistischer wird Ihr Kind durch’s Leben gehen! Fällt es Ihnen schwer, die oben genannten Punkte im Umgang mit Ihrem Kind umzusetzen, dann ist es notwendig zu schauen, wo Ihre eigenen Defizite liegen und sie anzugehen. Es liegt in Ihrer Verantwortung…

In einem späteren Artikel werde ich erläutern, welche “Blüten” der Erziehungs-Stil von Eltern mit ausgeprägt narzißtischen Anteilen treiben kann. Oft findet man hier ein “schwarzes Schaf“, ein “Goldkind” oder ein “verlorenes Kind” in der Familie! Ich werde Ihnen die dahinter liegenden Motivationen des Erwachsenen und die Auswirkungen auf’s Kind schildern.

Siehe auch:

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