Projektive Tests bei Verhaltensauffälligkeiten von Kindern

Der Mensch ist ein soziales Wesen. Seine Reifung und Entwicklung ist in erster Linie davon abhängig, wie er in der Gemeinschaft (insbesondere der Ursprungs-Familie) empfangen und angenommen wird.

Wann bieten sich projektive Tests an?

Projektive Tests bieten sich zur Ursachenforschung, Eltern-Beratung und Therapie von Kindern mit Verhaltensauffälligkeiten, Ängsten, Tics, Leistungsverweigerung oder Süchten an (Achtung: Süchte sind immer Folge eines verlorenen Selbst!).

Ich arbeite mit dem Wartegg-Zeichentest oder der  “Verzauberten Familie”. Diese Tests geben Aufschluß über die Gefühlswelt des kleinen Patienten und in Kombination mit dem Gespräch ermöglichen sie tiefe Einblicke in dessen Psyche. Sie ermöglichen es mir, Schlüsse auf den mentalen und emotionalen Entwicklungszustand des Kindes zu ziehen. Sie geben Hinweise auf den Grad der Konfliktfähigkeit, der Sensibilität und des Urvertrauens. Fehlentwicklungen, Defizite und Belastungen, die aus dem familiären oder sozialen Umfeld resultieren können damit aufgedeckt werden. Tests bei Verhaltensauffälligkeiten von Kindern Die Eltern bekommen wichtige Rückmeldungen darüber, inwieweit sie bisher in der Lage waren, die Grundbedürfnisse ihres Kindes ausreichend zu befriedigen. Bei zu erkennenden Defiziten werden wir eruieren, wodurch sie entstehen, was fehlt und was notwendig ist, um das zu korrigieren. Mit dem Verständnis der Hintergründe von Auffälligkeiten im Verhalten und einem veränderten Umgang mit dem Kind verbessert sich langfristig die Eltern-Kind-Beziehung. Der Entwicklung eines unsicheren Bindungsverhaltens wird entgegen gewirkt.

Praxis-Beispiel Zwinker-Tic

Die achtjährige Tanja (Name geändert) wird wegen eines Zwinker-Tics, Trödeln und Eifersucht in der Praxis vorgestellt. In der “verzauberten Familie” zeichnet sie rechts im Bild ihren Vater als Schrank. Auf ihm sitzt ihre Mutter als Katze. Über der Mutter stellt sie sich selbst als “Floh der Katze” dar. Ihre beiden älteren Schwestern läßt sie weg. In die Mitte malt sie den Zauberer mit hoch erhobenem Zauberstab in Mädchenkleidung. Im Gespräch erfahre ich: Die Familie lebt in finanzieller Knappheit und beengten Verhältnissen. Der Vater ist selten anwesend. Tanja ist die jüngste von 3Töchtern. Die Eltern haben hohe Erwartungen an ihre Töchter. Die finanziellen Mittel sind knapp und müssen eingeteilt werden. Die älteren Geschwister helfen im Haushalt und studieren mit sehr guten Leistungen.

Analyse des Praxis Beispiels

Unter so viel Perfektionismus hat sich Tanja unbewußt eine negative Rolle suchen müssen, um Aufmerksamkeit und Zuwendung zu finden, da ihr die positiven schon von den größeren Schwestern “weg genommen” wurden. Ihr Zwinker-Tic ist eine Abwehr des erzieherischen Drucks der Eltern, das Trödeln Protest gegen die allgegenwärtige Perfektion im Haushalt. Als “Floh der Katze” stellt sie ihre ambivalente Haltung zur Mutter dar. Ihre Geschwister verdrängt sie durch ihr gänzliches Auslassen. Sie identifiziert sich außerdem mit dem Zauberer durch seine Zeichnung in Mädchenkleidung und lebt so ihren Wunsch, die ganze Familie zu dirigieren, aus.

Die Eltern sind nicht in der Lage ihren Kindern konstant und unabhängig von Leistung Liebe zu geben. Emotionen werden unterdrückt. Ein konstruktiver Umgang mit Gefühlen wird nicht vorgelebt. Im Umgang der Eltern miteinander erlebt sie stattdessen viel Manipulation. Es zeigen sich klare Ansätze eines unsicheren Bindungsverhaltens.

Bei Fragen zum Test oder zur Behandlung stehe ich Ihnen gern zur Verfügung Ihre Kati Körner

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