Hilfe bei Beziehungskonflikten

Typenlehre nach C.G. Jung und Myers/Briggs

Bei der Arbeit in meiner Naturheilpraxis erlebe ich häufig, wie sich – gefühlt unlösbare – Kommunikations-und Verständnisprobleme und daraus resultierende Konflikte im zwischenmenschlichen Bereich negativ auf Allgemeinbefinden, Vitalität, Lebensfreude und Gesundheit auswirken. Deshalb richte ich ein großes Augenmerk auf diese Aspekte. Bei der Suche nach schnell wirksamen Hilfestellungen bin ich unter anderem auf die Typenlehre nach C.G. Jung und Myers/Briggs gestoßen. Unter deren Verwendung (Bestimmung eines individuellen Persönlichkeitsprofils) helfe ich meinen Patienten ein tieferes Verständnis für eigene Verhaltensweisen und die des Partners (bzw. der Kinder/Freunde/Kollegen) zu erlangen und die entsprechenden Schlüsse daraus zu ziehen. Wir werden mit einer bestimmten Veranlagung geboren, die dann durch Umwelteinflüsse und Erfahrungen modifiziert wird. Es gibt Eigenschaften, die einen deutlichen genetischen Anteil haben und Eigenschaften, die stärker erziehungs-und umweltgeprägt sind. Unser Wesenskern wird von vier psychologischen Dimensionen bestimmt:

  • Bin ich vorwiegend extro- oder introvertiert?
  • Nehme ich Informationen aus der Umwelt eher konkret oder abstrakt wahr?
  • Entscheide ich in der Regel denk- oder gefühlsorientiert?
  • Gehe ich Dinge organisiert/beurteilend oder locker/wahrnehmend an?
Die individuelle Ausprägung dieser Dimensionen bestimmt was wir mögen und anziehend finden bzw. was uns nicht gefällt und uns abstößt. Aus dem Erkennen der eigenen Denk-, Gefühls- und Verhaltensmuster und dem unserer Mitmenschen erwächst die Möglichkeit sowohl eigene Fehlinterpretationen zu erkennen und das Verhaltensrepertoir zu erweitern, als auch Verständnis für die Bedürfnisse unseres Gegenübers zu entwickeln. Mit diesem Wissen ausgerüstet können wir unsere zwischenmenschlichen Interaktionen schlagartig verändern, weil wir die Dinge anders betrachten!

Beziehungskonflikte aus der Praxis

Manuela und Tom (Namen geändert) kommen in die Praxis, weil es zwischen ihnen permanent Streit gibt. Sie haben sich viel belesen und schon die wichtigsten Kommunikations-Grundsätze verinnerlicht (Keine Du- sondern Ich- Sätze / aktives zuhören und den anderen ausreden lassen / in emotionalen Situationen durch Pausen deeskalieren und das Thema später wieder aufnehmen etc.). Es hat sich dadurch aber nur wenig positiv verändert. Die Typen-Bestimmung ergibt, daß Manuela ein extrovertiert-abstrakt-gefühlsorientiert-organisierter Mensch ist. Tom’s Resultat weicht zum Großteil davon ab. Sein Ergebnis lautet: extrovertiert-konkret-denkorientiert-locker. Zwei extrovertierte Menschen bringen in eine Beziehung viel Energie! Beide lieben soziale Kontakte und Abwechslung. Sie brauchen wenig Zeit für sich allein – eine gute Grundlage für gemeinsame Unternehmungen. In Konfliktsituationen kommt es aber unter Umständen schneller zur Eskalation. Auf allen anderen Ebenen haben die beiden gegensätzliche Eigenschaften: Tom liebt kurze knackige Ansagen, ist eher kopfgesteuert und mag es nicht so sehr, wenn ihm aufgrund von Zeitplänen wenig Spielraum für Spontanität bleibt. Das Wenige was er sagt, ist bis zum Ende durchdacht und zieht eine entsprechende Handlung nach sich. Manuela hingegen liebt es mit Menschen einfach nur zu philosophieren. Sie entwickelt Ergebnisse durch kommunikatives Betrachten einer Sache von allen Seiten. Sie hat viele Ideen, die sie Tom präsentiert, die aber noch nicht ausgereift sind. Entscheidungen trifft sie spontan aus dem Bauchgefühl heraus. Fakten einzuholen und abwägen fällt ihr schwer. Sie mag es zuhause sauber und ordentlich und plant sowohl den Wochenablauf als auch die Freizeitaktivitäten gern im voraus.

Das Verstehen der Andersartigkeit des Partners ist ein wichtiger Schritt.

Als nächstes ist es notwendig, diese Andersartigkeit anzunehmen und wertzuschätzen. Bsp.: Tom weiß, daß er Manuela’s Aussagen aufgrund ihrer Art zu kommunizieren keinen endgültigen Stellenwert zuordnen darf. Ihr Bedürfnis nach mehr Austausch könnte er bewußt besser befriedigen, indem er sie in seine Gedankenwelt ein wenig mehr einbezieht. Er könnte ihrem Bedürfnis nach Struktur entgegenkommen, indem er pünktlich ist. Manuela könnte Tom in ihrem Zuhause seine locker-liederliche Ecke lassen. Wenn sie seine Spontanität und Fähigkeit, im Jetzt zu sein, lernt wertzuschätzen kann sie davon durchaus profitieren. So kann die Beziehung dazu beitragen, daß wir uns weiterentwickeln, indem wir uns ein facettenreicheres Handlungsrepertoir aneignen. Partnerschaft ist Entwicklungsbeschleunigung, wenn man sich darauf einläßt!


Eine Aussage von Marcel Proust faßt den hilfreichen Perspektivwechsel sehr schön in Worte:

“The true voyage of discovery is not about going to new places, but it is about looking with new eyes”
Übersetzung: “Bei der wahren Entdeckungsreise geht es nicht darum, an neue Orte zu gehen, sondern mit neuen Augen zu schauen.”

Bei Fragen stehe ich Ihnen gern zur Verfügung Ihre Kati Körner

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