Emotional Unavailability – Mein Partner ist nicht da für mich…

Objektiv betrachtet ist es widersinnig, mit einem Menschen in Beziehung zu gehen, der nicht stabil liebevoll, zugewandt und verläßlich sein kann. Warum tun es so viele von uns dennoch? Mit emotionaler Verfügbarkeit gehen schließlich Wärme, Mitgefühl, Kompromißfähigkeit, Flexibilität und Begeisterungsfähigkeit einher – alles Eigenschaften, die zu einer positiven, liebevollen und tragfähigen Partnerschaft beitragen! Genau das suchen Sie, oder? Wenn Sie sich von den “good guys/girls”, die all das bieten aber irgendwie nicht angezogen fühlen, dann lohnt es sich genauer hinzuschauen:

Sehr oft klagen Frauen über einen offenbar emotional nicht erreichbaren Partner – einen Mann, den sie glauben von ganzem Herzen zu lieben, der ihnen aber durch seine Ausweichmanöver, Ausflüchte, seine stoische Gesprächsverweigerung, sein ewiges “vielleicht” und sein “dicht machen” unendlichen Schmerz zufügt. Er ist oft schlecht gelaunt, übt viel Kritik, zieht sich in Arbeit oder Hobby zurück und hat vielleicht sogar schon die eine oder andere Affäre gehabt… bei der Partnerin entsteht das Gefühl von Einsamkeit, Unsicherheit und tiefer Traurigkeit. Es macht sich Verlustangst breit – sie erzeugt dieses Achterbahn-Gefühl im Bauch, das fatalerweise der “übermäßig starken Liebe” für diesen Menschen zugeschrieben wird. Der Gedanke an Trennung ist unerträglich.

Viele dieser Frauen sind sich dessen nicht bewußt, dass sie selbst auch nicht fähig dazu sind wirkliche Nähe zuzulassen. Durch die emotionale Abhängigkeit von einem solchen Partner wird die eigene Problematik verschleiert, denn der distanzierte Partner “sorgt” dafür, daß Nähe auf einem “erträglichen Maß” gehalten wird.

Oder mutiert Ihre Taube auf dem Dach immer wieder zum Spatz in der Hand?

Geraten Menschen, die ihre eigene Bindungs-Problematik nicht gelöst haben an einen emotional erreichbaren Partner, dann erkaltet in der Regel ihre Liebe und Zuneigung nach anfänglicher Euphorie recht schnell, da ihr eigenes Unterbewusstsein nun für die “nötige Distanz” sorgen muß: Sie verspüren dann durch Schuldgefühle und die scheinbare Unabänderbarkeit der eigenen Gefühlslage eine Art Lähmungsgefühl. Sie können sich nicht erklären, warum sie nichts mehr fühlen, obwohl ihr Partner sich ehrlich um sie und  die Beziehung bemüht. Beide Partner leiden darunter immens. Wird die Ursache nicht erkannt und aufgelöst kommt irgendwann zwangsläufig das Beziehungs-Aus!

Häufiger haben bindungsgestörte/emotional nicht verfügbare Menschen jedoch solche Partner, die ihrem unbewußten Bedürfnis nach Distanz schon entgegenkommen: Sie leben weit entfernt. Oder sie haben Verhältnisse mit Verheirateten bzw. mit Menschen, die in einer Beziehung leben.

Liste von subtilen Anzeichen für diese “nicht Verfügbarkeit” (Vorsicht ist geboten, wenn mehrere Punkte zutreffen):

  1. charmanter Flirter: ist gut in Kurz-Zeit-Intimität / kann sich nur in der Eroberungsphase öffnen
  2. Kontrollbedürfnis: Inflexibilität / ist nicht willig eigene Routinen für den Partner zu modifizieren
  3. Instabilität: bitte ernst nehmen, wenn das Gegenüber andeutet, daß es wiederholt Probleme mit Beziehungen gegeben hat!
  4. Vergangenheit: Beziehungen endeten wiederholt zu einem Zeitpunkt, wo sich normalerweise Nähe entwickelt
  5. Suche nach Perfektion: der/die “Richtige” war noch nicht dabei (sucht Fehler und beendet dann die Beziehung)
  6. Zorn: man beobachtet heftige Wutausbrüche – ausgelöst von Kleinigkeiten
  7. Arroganz: ein Zeichen von fehlendem Selbstwert, der aber Voraussetzung dafür ist, daß man Intimität überhaupt zulassen kann
  8. notorisches zu spät kommen: zeigt Mangel an Respekt
  9. Ausweichen: verheimlichen von Dingen, die in der Vergangenheit passiert sind, um Scham zu vermeiden
  10. Verführung: Verführung ist ein Machtspiel, in dem es um Eroberung geht – wenn die Beziehung Realität wird, dann sabotiert der Verführer sie

Befindet man sich in einer Beziehung mit einem Partner, der emotionale Distanz aufbaut, dann sollte man sich selbst ehrlich hinsichtlich der eigenen emotionalen Verfügbarkeit hinterfragen:

  1. Bin ich wütend auf das andere Geschlecht?
  2. Suche ich nach Ausreden, wenn es um das Zusammenleben geht?
  3. Habe ich Angst davor, mich zu binden, um nicht verletzt zu werden?
  4. Richte ich meinen Fokus auf die Fehler des Partners?
  5. Kann ich nicht vertrauen wegen Vertrauensbrüchen in vergangenen Beziehungen?
  6. Vermeide ich Nähe durch das Auffüllen von freier Zeit mit Aktivitäten?
  7. Fällt es mir schwer über meine Gefühle zu sprechen?
  8. Halte ich mir die Hintertür für “etwas besseres”offen?
  9. Habe ich Angst vor Erwartungen und davor meine Autonomie zu verlieren?

Wenn Sie mit jemandem liiert sind, der emotional nicht verfügbar ist, dann ist es kontraproduktiv Druck zu machen. Schauen Sie nach Ihren Eigenanteilen und lösen Sie diese auf! Wenn sich das Innen ändert, dann folgt das Außen – entweder dadurch, daß auch Ihr Partner Veränderungen durchläuft oder dadurch, daß sie sich nicht mehr zu ihm hingezogen fühlen. Sie gehen nicht mehr miteinander in Resonanz und werden nur noch Partner attraktiv finden, die ein sicheres Bindungsverhalten zeigen. Wenn Sie endlich in einer Beziehung ankommen, sich entspannen und einfach nur wohl fühlen wollen, dann gehen Sie es an! Auch Ihrer körperlichen Gesundheit zuliebe. Denn die leidet unter dem Dauerstreß…

Bei Fragen stehe ich Ihnen gern zur Verfügung Ihre Kati Körner

Mit dem Absenden des Formulars stimmen Sie zu, dass Ihre Angaben aus dem Kontaktformular zur Beantwortung Ihrer Anfrage erhoben und verarbeitet werden. Hinweis: Sie können Ihre Einwilligung jederzeit für die Zukunft per E-Mail an kontakt@naturheilpraxis-luebbenau.de widerrufen. Siehe auch Datenschutz