Bindungsfähigkeit – was ein Kind dafür braucht

Kinder lernen durch die Interaktion mit ihren Eltern ob und wie sie ihre Bedürfnisse und Gefühle wahrnehmen, wertschätzen und kommunizieren können.

Diese Interaktionen sind für die Formation ihrer Identität und ihres Selbstwerts absolut Ausschlag gebend!

Es gibt sieben wichtige Punkte, die Eltern beachten sollten, damit ihre Kinder zu gesunden unabhängigen Erwachsenen heranreifen können:

1) Respektiere deine Kinder:

Höre ihnen zu und nimm sie ernst. Sie lernen so, daß das was sie denken, fühlen und wünschen einen Wert hat und daß es von anderen auch berücksichtigt wird. Man muß natürlich nicht der gleichen Meinung sein, aber zuzuhören und Verständnis zu zeigen lehrt ihnen Selbst-Respekt. Vermeide personalisierte Kritik (Du bist…), die destruktiv ist und den Selbstwert untergräbt. Lobe das Verhalten, das du gerne öfter sehen möchtest. Setze Grenzen ohne zu beschimpfen. Älteren Kindern kannst du ohne Drohungen die negativen Konsequenzen erklären.

Z.B.: Statt “Du bist egoistisch, wenn du das Badezimmer blockierst.” sage etwas wie “Es ärgert mich und andere, wenn du das Badezimmer für 1/2Stunde verschließt. Wir warten alle.”

Wenn du dein Kind mit Respekt behandelst wird es lernen, auch andere mit Respekt zu behandeln! Es wird das selbe auch in seinen erwachsenen Beziehungen tun und vom Gegenüber erwarten respektvoll behandelt zu werden!

2) Erkenne die Gefühle deines Kindes an.

Wenn du unterbindest, daß das Kind Ärger ausdrückt, sich beschwert, traurig ist oder aufgeregt, dann lernt es zwangsläufig seine Gefühle zu unterdrücken. Tut es das lange genug, dann nimmt es sie irgendwann selbst nicht mehr wahr. Probleme in den erwachsenen Beziehungen sind dadurch vorprogrammiert. Eltern sagen mit guter Absicht oft Dinge wie: “Sei nicht traurig” oder “Werde nicht so laut!”. Aber wenn man Kindern erlaubt ihre Gefühle auszudrücken, dann lernen sie sie zu nutzen und zu verarbeiten. Die Gefühle des Kindes müssen weder immer rational sein noch müssen sie “korrigiert” werden. Statt dessen sei einfach da und nimm es erst einmal wahr. Laß das Kind wissen, daß du da bist und es bedingungslos liebst, statt ihm die momentanen Gefühle auszureden. Der freie Ausdruck von Gefühlen bedeutet natürlich nicht, daß zwangsläufig danach gehandelt werden kann: Tim kann wütend auf seine Schwester sein, aber deshalb darf er sie noch lange nicht schlagen…

3) Lasse Informationsfreiheit zu.

Geheimnisse und “Dinge, über die man nicht spricht” sind typisch für dysfunktionale Familien. Kindern zu verbieten Vater’s Trinkgewohnheiten oder Oma’s Hinken zu erwähnen lehrt Kindern sich selbst und ihren Beobachtungen nicht zu vertrauen. Kinder sind von Natur aus neugierig hinsichtlich allem in ihrer Umgebung. Das ist gesund und sollte ermutigt – nicht unterdrückt – werden!

4) Respektiere die Grenzen deines Kindes.

Du zeigst Respekt indem du zuläßt, daß Gefühle und Bedürfnisse offen kommuniziert werden. Verbaler Mißbrauch sowie ungewollte Berührungen und Intimität sind grenzverletzend. Dazu zählt auch übergriffiges Verhalten, wie z.B. das Kind über ein angenehmes Maß hinaus zu kitzeln oder zu necken! Du solltest das Eigentum, den Raum und die Privatsphäre deines Kindes unbedingt respektieren. Mails oder Tagebücher lesen oder hinter dem Rücken mit Freunden über das Kind sprechen ist ebenfalls unangebracht und verletzt das Vertrauen.

5) Erlaube deinem Kind altersentsprechende Entscheidungen zu treffen, Verantwortung zu übernehmen und unabhängig zu handeln.

Co-Abhängige haben oft Probleme sich für etwas zu entscheiden und in Beziehungen autonom zu bleiben. Unterstütze dein Kind darin Probleme selbst zu lösen und eigene Entscheidungen zu treffen! Ich sehe oft das eine oder andere Extrem: Es gibt viele Kinder, die Verantwortung zu früh übernehmen müssen. So lernen sie nicht, auch einmal etwas anzunehmen und sich auf jemanden verlassen zu können. Andere Kinder wachsen verhätschelt und mit übermäßiger Kontrolle auf. Sie glauben später nicht daran, daß sie in der Lage sind für sich selbst sorgen zu können. Und manche Kinder bekommen ohne jegliche Führung unbegrenzte Freiräume eingeräumt. Sie fühlen sich als Erwachsene dann oft nicht gesehen und geliebt.

In der Regel gehen gegensätzliche Typen später Beziehungen miteinander ein, die langfristig unbefriedigend verlaufen. So kümmert sich oft ein Partner um den anderen und beide entwickeln im Stillen Resentments gegen den anderen!

Kinder opponieren intuitiv gegen Kontrolle, weil sie nach der Entwicklung von Selbst-Kontrolle streben. Das hat nichts mit Rebellion zu tun. Es sollte ermutigt werden. Altersgemäße Grenzen lehren dem Kind Selbstkontrolle. Kinder brauchen auf der anderen Seite auch die Freiheit Fehler machen zu dürfen um aus ihnen zu lernen.

6) Regeln und Strafen sollten menschlich und nachvollziehbar sein.

Co-Abhängige sind entweder in Haushalten ohne, mit zu wenig oder mit rigiden, nicht vorhersehbaren Regeln aufgewachsen. Kinder brauchen aber ein sicheresfaires und berechenbares Umfeld! Wenn Regeln und Strafen willkürlich, sehr harsch und inkonsistent umgesetzt werden, reagieren Kinder mit Angst oder Wut statt von ihren Fehlern zu profitieren und zu lernen. Sie lernen so Menschen zu mißtrauen. Regeln sollten klar und konsistent sein und von beiden Elternteilen gleichermaßen angewandt werden. Statt Regeln und Strafen spontan und auf die eigene momentane Gefühlslage zu begründen sollten Eltern sich genau überlegen, was wichtig ist und durchgesetzt werden soll. Auch das muß natürlich veränderbar sein und ans entsprechende Alter angepaßt werden. Älteren Kindern kann man Regeln erklären. Sie sollten die Möglichkeit haben diese Regeln im Gespräch in Frage zu stellen. Habe bei älteren Kindern immer gute Gründe um deine Entscheidungen zu unterstützen! Forschungen belegen, daß körperliche Strafen zu emotionalen Problemen im erwachsenen Alter führen können. Die wirksamsten Strafen sind angemessen, menschlich und haben einen Bezug zu den natürlichen Konsequenzen des Fehlverhaltens.

Bringe dem Kind uneingeschränkte Liebe entgegen und zeige viel Verständnis. Das hat nichts mit verwöhnen zu tun. Übermäßige materielle Zuwendung und Grenzenlosigkeit dagegen sind kein Liebesdienst am Kind! Mitgefühl und Zuneigung sind jedoch notwendig dafür, damit das Kind zu einem selbstsicheren liebesfähigen Erwachsenen werden kann.

!!! Der effektivste Weg Kindern einen gesunden Selbstwert zu vermitteln ist den eigenen zu verbessern !!!

Wir tragen die Verantwortung uns selbst zu überprüfen: Wenn Eltern nicht Willens sind ihre negativen Glaubensmuster, Gewohnheiten und Verhaltensweisen abzulegen, dann geben sie das an ihre Kinder weiter.

Das Gegenteil dessen zu tun, was unsere Eltern propagiert haben kann auch ein Fehler sein und unbeabsichtigte negative Konsequenzen mit sich bringen!

Bei Fragen stehe ich Ihnen gern zur Verfügung Ihre Kati Körner

Mit dem Absenden des Formulars stimmen Sie zu, dass Ihre Angaben aus dem Kontaktformular zur Beantwortung Ihrer Anfrage erhoben und verarbeitet werden. Hinweis: Sie können Ihre Einwilligung jederzeit für die Zukunft per E-Mail an kontakt@naturheilpraxis-luebbenau.de widerrufen. Siehe auch Datenschutz